Solarstrom gilt als Sammelbegriff für jeden Strom, der aus der Sonnenenergie gewonnen werden kann. Dabei dient die Natur als Vorbild, denn hier wird die Sonnenenergie auf vielfältige Art und Weise genutzt. So könnten ohne die Sonnenenergie weder Pflanzen noch Tiere oder Menschen existieren. Die Pflanzen nutzen das Licht der Sonne für die Photosynthese. Die Erdwärme entsteht durch die Sonneneinstrahlung, ebenso wie Wind, Biomasse oder Wasserkraft. Letztendlich resultieren auch Holz, Pellets oder Pflanzenöl und andere Brennstoffe aus der Kraft der Sonne.
Das bedeutet, dass die Sonnenenergie eine unheimlich große Kraft hat, die wir immer häufiger auch zur Erzeugung von Strom nutzen. Als bekannteste Variante der Gewinnung von Strom aus der Sonnenenergie gilt dabei sicherlich die Photovoltaik. Der Begriff setzt sich aus den beiden Worten Photos, was im Griechischen für Licht steht, und Volta, dem Namen eines bekannten Elektrotechnikers, zusammen. Allerdings ist die Photovoltaik nur ein kleinerer Bereich der Solartechnik, in der auch andere Varianten bekannt sind, um die Sonnenenergie zu nutzen.
Damit Solarstrom aber erst einmal entstehen kann, benötigt der Mensch Hilfsmittel. Hierbei sind die Solarzellen als wichtigste und kleinste Einheit zu nennen. Mehrere dieser Zellen werden zu einem Solarmodul zusammengesetzt. Sobald nun Licht auf dieses Modul fällt, wird Strom produziert, der durch das Modul fließt. Je mehr Licht, desto mehr Strom kann dabei als Faustregel genannt werden. Zunächst einmal wird im Solarmodul allerdings nur Gleichstrom produziert, der lediglich in einer Batterie gespeichert oder sofort genutzt werden kann. Soll der Strom nun allerdings später genutzt werden, muss er in Wechselstrom umgewandelt werden. Für diesen Vorgang wird ein Wechselrichter benötigt. Damit kann der Solarstrom auch in das öffentliche Stromnetz eingespeist werden.
Die Geschichte der Solarenergie
Geschichtlich gesehen wurde die Solarenergie schon vor mehr als 170 Jahren entdeckt. Im Jahr 1839 gelang es dem französischen Physiker Alexandre Edmond Becquerel im zarten Alter von 19 Jahren den photovoltaischen Effekt zu entdecken. Er arbeitete mit Batterien und einem galvanischen Element, das er mit Licht bestrahlte. Dabei stellte er fest, dass sich die elektrische Spannung erhöhte. Allerdings konnte er keine Erklärung für diesen Effekt finden.
1877 dann befasste sich auch Willoughby Smith, ein englischer Elektroingenieur mit dem Phänomen. Er konnte den Effekt an einem Halbleiter aus Selen nachweisen. Diese Entdeckung veröffentlichte er und es kam zu weiteren Forschungen in diesem Bereich. 1883 wurde dann das erste Solarmodul aus Solarzellen aus Selen gebaut, Erbauer war Charles Fritts. Damit wurde bereits ein Wirkungsgrad von einem Prozent erreicht, allerdings fehlten immer noch genaue Erklärungen für die Wirkungsweise. Diese konnte erst 1905 durch Albert Einstein und seine Quantentheorie des Lichts bewiesen werden.
Die ersten Solarzellen
Dennoch dauerte es bis 1949, bis die ersten Wissenschaftler den p/n-Übergang bei Dioden und Transistoren entdeckten. Danach konnten weitere Solarzellen, basierend auf der Halbleitertechnik entwickelt werden. Nur fünf Jahre später entwickelte man die Solarzellen aus Silizium, die noch heute gebräuchlich sind. Sie wurden in den Bell Telephone Laboratories in New Jersey hergestellt und wiesen bereits einen Wirkungsgrad von sechs Prozent auf.
Die ersten Solarzellen wurden in der Raumfahrt verwendet. Der Satellit Vanguard I war der erste, der über ein eigenes Solarpaneel verfügte, welches bereits einen Wirkungsgrad von zehn Prozent aufwies. Allerdings waren die Kosten der Herstellung noch so hoch, dass sich die Nutzung von Solarstrom noch nicht auf der Erde durchsetzen konnte.
Die Ölkrise 1973 gab den Anstoß für weitere Forschungen im Bereich Solarstrom. Es wurden günstigere und effektivere Solarzellen entwickelt, viele Staaten unterstützten diese Forschungen finanziell. Ab den 1980er Jahren war es sogar möglich, erste Einfamilienhäuser mit netzgekoppelten Solaranlagen auszustatten, so dass seither der Siegeszug der Solarenergie begann.
Heute kann die Solarenergie aufgrund sinkender Preise für die Solaranlagen, sowie der staatlichen Förderung, die in Deutschland gegeben ist, von nahezu jedem Eigenheimbesitzer sinnvoll eingesetzt werden. Dabei schont sie die Haushaltskasse und die Umwelt gleichermaßen.
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